Wie im vorangegangenen Bericht zur „Emotionalen Stabilität“ erzählt, waren es meine positiven Erfahrungen mit dieser Übung und das aufkeimende, neue Lebensgefühl die mich gepackt hatten. Ich war neugierig darauf, was es da noch gab.

Mit dieser Methode hatte ich etwas kennengelernt, das für Frieden in mir sorgte, jedoch gleichzeitig Fragen aufwarf, die ich vorher so nicht kannte.“ Was passierte da in mir wirklich? Was bin ich, dass ich mich in so kurzer Zeit neu entdecken und anders orientieren konnte?“
Ich spürte, diese Fragen gehören zu mir und wollen beantwortet werden. Die rationale Auseinandersetzung mit mir selbst, war mir ja nicht fremd doch diese direkte Art mit mir, meinem Körper in Kontakt zu sein, verblüffte mich. Das hatte etwas „Unerhörtes“ und gleichzeitig Reizvolles, Echtes für mich. Davon und darüber wollte ich mehr erfahren.

 

Antworten selber finden…

Spürend erahnte ich, dass ich hier endlich Antworten finden würde. Antworten und vielleicht Lösungen für diffuse, ungreifbare Befindlichkeiten, mit denen ich mich schon so lange rumschlug. Das waren z.B. Kopf-Hals-Nacken- Zahn-Ohrenschmerzen, die trotz vieler medizinischer Interventionen immer wieder auftauchten. Ich konnte nicht verstehen warum diese Beschwerden nicht weggingen, das verunsicherte mich, ließ mich auch zeitweise resignieren.

Doch mit den hilfreichen Erfahrungen zur „Emotionalen Stabilität“ drängte es mich hier, mit dieser für mich neuen Körpermethode weiter zu forschen und auszuprobieren. Mit dem Praktizieren unterschiedlicher Körperübungen schärfte sich meine Wahrnehmung. Ich wurde sensibler für´s „körperliche Zuhören“ und verstand meine Körperreaktionen langsam besser. Als ich deren Hintergründe und Zusammenhänge sorgsam und sanft aufblätterte, fand ich z.B. eine stressbedingte Kiefergelenkshaltung und eine tiefe Verspannung der oberen Bauchmuskulatur. Diese waren mir zuvor nicht bewusst. Wer denkt bei solchen körperlichen Beschwerden schon an derlei Zusammenhänge.

Die aktive Auseinandersetzung mit dem was da körperlich gespeichert war, bewirkte sukzessive eine Abnahme der Beschwerden. Die Freude war groß, dass endlich etwas Durchgreifendes geschah und half. Ein Prozess in mir war losgetreten, der bis heute anhält und mir verhalf, meinem Körper und mir wieder zu vertrauen. 

 

Was war mir da an dieser Auseinandersetzung so wichtig geworden…?

Mich selber besser zu kennen und tiefer zu spüren brachte mir eine neue Lebendigkeit, die ich vorher so nicht kannte. Eine Lebendigkeit von innen heraus, verbunden mit einer freudigeren Grundstimmung. Mein Herz und ich als Ganzes waren leichter und freier. Ich mochte es, dass ich immer klarer erkennen konnte, wie die Dinge und Sachlagen sind. Meiner Gefühlswelt nicht mehr ausgeliefert zu sein, sondern ruhig und besonnen auf diese einzugehen, befreite so manchen Zwang in mir.

Diese neue Lebendigkeit genoss ich in vollen Zügen als ich mich damals nach der Trennung z.B. alleine mit meinem alten Wagen nach Italien aufmachte: Mich auf dem Rücken treiben lassen im Lago Maggiore und dem eigenen Atem zuhören; mit wachem Gespür um 23:00 Uhr doch noch zu einer fabelhaften Unterkunft zu kommen; ohne Navigationshilfen durch Genua zum Meer zu gelangen und den Mut zu haben mit unbekannten Menschen in fremder Sprache frei ins Gespräch zu kommen.

Ich hatte das Gefühl neue, bislang unbekannte Türen tun sich auf. Und so war es dann auch in Bezug auf Weiterbildung und neue Beziehungen. Die Erfahrung, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich meine alte familiäre Rolle nicht weiterpflegte, vermittelte auch meinen Kindern neue, offenere Lebenshaltungen. Ein mir unbekanntes Freiheitsgefühl stellte sich ein. So alleine wegfahren, nur was für mich zu tun, das war neu und aufregend.

 

Der Erinnerungsfaktor…

Wenn mir die Übung „Emotionale Stabilität“ heute in den Sinn kommt, weiß ich: das ist der Tipp an mich selbst, dem ich Beachtung schenken sollte. Und so lasse ich mich dann erneut auf diese Übung ein. Erlebe zumeist die Information, die derzeit meine emotionale Stabilität stört. Mit der Haltung und dem drinnen sein in dieser Übung, reguliert sich dann das, was nötig ist. Oft sind das Muskeln, die sich lösen, Bereiche in mir, die freier durchgängig werden oder zugehörige Gedanken werden ins Bewusstsein gespült.

Nach dem Üben stellt sich meist ein Gefühl ein von viel fester Dastehen und aufgerichtet sein. Ich erlebe dann, dass ich selbstsicher meinen Platz einnehmen kann. Was eine angenehme emotional Lockerheit mit sich bringt. Oft spüre ich auch als Folgereaktion, dass meine Hautoberfläche und die Haut von innen, weich und zart geworden sind. Für mich ein deutliches Zeichen, dass Spannungen abgebaut wurden und ein besseres Fließen da ist. Vieles fällt mir damit einfach wieder leichter- kreatives Tun hat eine neue Chance. Das sind Ergebnisse die ich mag und nicht mehr missen möchte.

Nachzulesen ist die Übung „Emotionale Stabilität“ im Buch “Intelligenz ist machbar” von Wilfried Teschler, Verlag:Teschler GbR