Beziehungen die enden sind selten eine einfach zu bewältigende Lebenslage. Als ich da mitten drin steckte und innerlich so richtig durcheinander war, machte mich eine Bekannte auf ein Seminar aufmerksam, das stärkende Körperübungen aus Teschlerpolarity zum Inhalt hatte. Aus einem inneren Instinkt heraus und weil ich meinte, jede Stärkung könnte ich jetzt gebrauchen, fuhr ich mit aufs Seminar.

Ich fand mich inmitten unterschiedlichster körperlicher Übungen wieder, die die Auseinandersetzung und das Gespür für sich selber förderten. Sie hatten das Ziel, die eigene Erfolgspersönlichkeit auszubilden, was mir damals vorerst noch wenig sagte. Und eigentlich war es mir damals auch nur wichtig, irgendwie raus aus diesem Beziehungssumpf zu kommen.

 

Wenn einen die Gefühle durch die Mangel nehmen…

Mein Gedanken und mein Gefühlskarussell war beschäftigt mit Fragen unterschiedlichster Art: wie soll das ohne meinen Mann finanziell gehen, wo und wie soll es mit den Kindern weitergehen und ganz ehrlich auch, was hat die neue Frau meines Partners, was ich nicht habe?

So durch den Wind und emotional aufgewühlt, fand ich das im Seminar geforderte Arbeiten über und mit dem eigenen Körper zuerst als echte Herausforderung. Es war mir sehr ungewohnt und ich merkte, dass es mir schwer fiel mich zu spüren und wahrzunehmen. Mit seinem feinen Menschengespür lenkte mich der Seminarleiter (Wilfried Teschler) immer tiefer in dieses körperliche Spüren (auch wenn er von meiner Lage nicht viel wusste, war das genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt brauchte). 
Nach mehreren Übungen und dem Erfahrungsaustausch in der Gruppe, fiel mir irgendwann auf, dass sich meine Gedanken beruhigt hatten und ich auch in mir ruhiger geworden war. Welche Wohltat!

Dabei hatte es eine Übung besonders in sich. Die „Emotionale Stabilität“. Sie war für mich zu diesem Zeitpunkt eine äußert herausfordernde Haltung. Hier erlebte ich hautnah, wie emotional verletzt und innerlich verunsichert ich war.
Durch meine Reaktion in der Übung war schnell klar, diese bringt es von allen Übungen derzeit am meisten. Denn je öfter ich sie mit bewusstem Gespür machte, desto intensiver kam ich in die Haltung und meine anfangs total verfestigten Muskelpartien wurden lockerer und weicher. Aufatmend spürte ich das auch innerlich und konnte seit langem wieder einmal mit anderen herzlich lachen.

 

Wieder zu Hause…

Vom Seminar zurück, baute ich „die emotionale Stabilität“ in meinen Tagesablauf am Morgen ein. Da war Ruhe und Zeit solange die Kinder schliefen. Damit fühlte ich mich gefestigter für alles was es am Tag zu bewältigen gab.
Die Stärkung die das brachte mochte ich, sie war meine Basis um mich sanft und in klarer Weise mit meinem Schmerz und Verlust auseinandersetzen zu können.
So ließ auch zunehmend das treibende Gefühl und Gedankenkarusell nach.

 

Nach einiger Zeit…

Und ja, nach ca. 3 Wochen stellte ich erstaunt fest, dass meine innere Gefühlsstürme an Macht verloren hatten. Ich war ruhiger, in mir friedlicher geworden, konnte klarer sehen was klugerweise zu regeln war. Und regelte es auch.
Äußere Umstände und die ja noch weiterhin stattfindenden Begegnungen mit meinem „Noch Mann“ brachten mich inzwischen immer weniger aus dem Lot.

Die Übung blieb lange meine Gefährtin, denn ich spürte, wie sie mich stetig aufbauend unterstützte. Neuer Lebensmut und das Gespür, das schon zu packen, stellten sich zunehmend ein. Dieses aufkeimende neue Lebensgefühl konnte ich im kommenden Lebensabschnitt wirklich gut gebrauchen.

Nachzulesen ist diese Übung im Buch “Intelligenz ist machbar” von Wilfried Teschler, Verlag:Teschler GbR